Jodocus’ letztes Projekt war die Renovierung der Wallfahrtskirche in Klausen. Das Eberhardfässchen am Kirchturm erinnert an ihn.
Bedeutendster spätgotischer Bau der Südeifel
Die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in Klausen (Eifel), auch Eberhardsklausen genannt, gilt als „bedeutendster Bau der Spätgotik in der Südeifel und im Moseltal“. Seit ihrer Gründung 1440 zählt sie zu den wichtigsten Wallfahrtszielen der Region.
Der Überlieferung nach stellte ein Tagelöhner namens Eberhard 1440 eine kleine Marienfigur in einen hohlen Baum. Nach einer Vision der Gottesmutter baute er dort 1442 eine Klause. Bald kamen Pilger; der Zulauf war so groß, dass zwischen 1444 und 1451 der Bau der heutigen Kirche begann. Augustiner-Chorherren übernahmen die Wallfahrt und errichteten ein Stift. Die Säkularisation 1802 brachte die Auflösung.
Die Sage vom Eberhardfässchen
Auf Eberhard geht die Sage um das Eberhardsfässchen zurück: ein Weinfass an der Kirchturmspitze.
Jodocus’ letztes Vorhaben
Vermutlich geht das heutige Fass auf Jodocus Prüm zurück, der am 27. März 1876 während der Renovierung in Klausen starb. Die Wallfahrtskirche war sein letztes Projekt.
Wie schon beim Kloster St. Barbara und der Alten Kirche setzte er sein Vermögen für ein Gotteshaus ein, das Jahrhunderte überdauern sollte. Das Fass ist 80 Zentimeter hoch und fasst einen Ohm – ein früheres Maß von 180 Litern.
Von Klausen wurde sein Leichnam nach Wehlen überführt und in dem von ihm selbst bereits zu Lebzeiten angefertigten Sarkophag in der Alten Kirche beigesetzt.