Die Mosel bei Wehlen – Frachtschiff vor der Wehlener Sonnenuhr
Die Mosel bei Wehlen – Blick flussaufwärts Richtung Wehlener Sonnenuhr. Politisch, wirtschaftlich und familiär war 1871 für Jodocus Prüm ein Schlüsseljahr.

Das Jahr 1871 ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Jahr in der Orts- und Familiengeschichte. Politisch, wirtschaftlich, wetterbedingt – und persönlich.

Warum 1871 so spannend ist

Politisch markiert das Jahr den Beginn des Deutschen Reiches im Zusammenhang mit dem deutsch-französischen Krieg.

Wirtschaftlich geht mit der Gründung des Deutschen Reiches eine Erweiterung der Absatzmärkte auf die bislang nicht zum Norddeutschen Bund gehörenden Bundesstaaten einher. Aber: Die Produzenten aus den neuen Gebieten (vor allem Baden, Franken, Pfalz) verschärfen die Konkurrenzsituation für die Moselweine erheblich; schwierige Jahre folgen.

Das Wetter meint es nicht gut mit den Moselbauern in diesem Jahr: Große Teile der Trauben erfrieren im Frühjahr.

1871 – ein Familienjahr

Mit der Hochzeit seines Neffen Matthias und dem Tod seines Bruders Sebastian Alois markiert 1871 zwei wichtige Monate für die Familiendynastie Prüm: die Gründung der neuen Familie und der Tod des Ahnherrn, der den Namen S.A. Prüm im 19. Jahrhundert im deutschen Weinmarkt als Marke etablieren konnte.

Kurz nach dem Tod seines 13 Jahre älteren Bruders tritt Jodocus mit zwei für ihn wichtigen Projekten in Erscheinung: dem Umbau der Alten Kirche in Wehlen und dem Bau der Kirche in Kautenbach.

Am 150. Jubiläum des Jahres 1871 – zugleich das Jahr des 150. Todestages von Sebastian Alois Prüm und das Jahr, in dem Jodocus ernsthaft in großem Stil zu stiften begann – wurde im Frühjahr 2021 ein Tiefdruckgebiet auf seinen Namen getauft.